Klassiker



Der Titel bezeichnet ein wiederkehrendes Programmgefäss welches geprägt ist durch
bedeutende Werke des vergangenen Jahrhunderts. Die so genannten Klassiker der Moderne
werden zwar oft zitiert und gerne als exemplarische Zeugnisse der Gegenwart proklamiert,
jedoch kommen die wenigsten KonzerbesucherInnen in den Genuss diese Werke in einer
unmittelbaren Aufführung persönlich zu erleben.

Auf diesem Hintergrund realisiert GNOM in gewohnt sorgfältiger Manier Programme, welche
von dieser Idee ausgehen.
Dabei gilt unser primäres Interesse der Einbindung dieser Werke in spezielle Kontexte, diese
können nun das gesamte Spektrum der Musikgeschichte umfassen. Wichtig ist dabei nicht die
absolute Aktualität, sondern eine gegenseitige Beleuchtung.
Zeitlicher Abstand ist dabei eine grundlegende Voraussetzung, denn nur die Geschichte
eines Werkes kann bestimmend wirken für die Deklaration „bedeutungsvoll“. Natürlich
bleibt dabei immer ein Quantum Subjektivismus und Spekulation von unserer Seite.







Samstag 26. März 2011
OUVERTURE - Rede, Konzert & Apero zum Jahresbeginn
Galerie anixis Bahnhof Oberstadt

Luigi Nonos späte Kompositionen dringen in einen Bereich des Klanges vor, der zuweilen
an Auflösung grenzt. Die Zeit-Gestalt verhält sich analog dazu und nähert sich dem Still-
stand an. Die Spielweise der Instrumente ist introvertiert, das Gehöhr neigt sich - weit
geöffnet - den haarfeinen Gesten und Linien zu, schlüpft in sie hinein.
Seit der Uraufführung von Nonos Streichquartett ist nichts mehr wie zuvor: das Werk hat
den Gang der Musikgeschichte verändert, hat neue Massstäbe gesetzt. Es steht für eine
Kunst, die in der Stille und Innerlichkeit Kraft entwickelt, steht für pure Wahrnehmung und
innigstes Empfinden.

19 Uhr Rede
Anton Haefeli, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge und Autor
Stille, Konzentration und Struktur -
Plädoyer für eine differenzierte musikalische Wahrnehmung in indifferenten Zeiten
  pdf

20 Uhr Konzert
Luigi Nono (Venezia, 29.1.1924 – 8.5.1990)
Fragmente – Stille, An Diotima (1979/80) für Streichquartett

Pellegrini Quartett
Antonio Pellegrini und Thomas Hofer, Violinen, Fabio Marano, Viola, Helmut Menzler, Violoncello

In Zusammenarbeit mit der Galerie anixis - www.anixis.ch

Bericht der Neuen Zürcher Zeitung





Donnerstag 04. Februar 2010
OUVERTURE - Werkgespräch, Konzert & Apero zum Jahresbeginn
Galerie anixis Bahnhof Oberstadt

Sich in eine Tradition stellen, heisst eine Herkunft bezeichnen, deren Spuren in der eigenen
Arbeit mehr oder weniger manifest erkennbar sind. Bei Roland Moser bin ich in die Lehre
gegangen, habe aber bei ihm keine ästhetische Schule durchlaufen. Sein Anliegen war es
nicht, musikalisch stilbildend zu wirken, vielmehr pflegte er eine grosse Sorgfalt im Denken,
im Debattieren, im Hören und in der handwerklichen Ausführung einer Komposition. Diese
Qualität bleibt gleichsam als Massstab in der Musik seiner SchülerInen zurück, so auch
in meinen Kompositionen. (HJM, 10.09)

Hans-Jürg Meier (1964)
- Schritt tritt auf Klang für Tonband
Hans-Jürg Meier
- colours de la rose (1999/2001)
  Musik in neun Teilen mit Kompositionen von Guillaume de Machaut

Alfred Zimmerlin, Komponist und Musikjournalist, im
Gespräch mit dem Komponisten Hans-Jürg Meier

Mitglieder des Collegium Novum Zürich
Matthias Ziegler, Flöten
Martin Fruttiger, Oboe
Rico Gubler, Saxophone

In Zusammenarbeit mit der Galerie anixis - www.anixis.ch






Sonntag 27. September 2009
Museum Langmatt

Der Galerietrakt der Villa Langmatt diente der Familie Sidney Brown – Bauherr der Langmatt
und Mitbegründer der Brown, Boveri und Co. als Rahmen für stilvolle Hauskonzerte.
Hier wurden unter anderem die Kompositionen des jüngsten Sohnes Harry Frank Brown
uraufgeführt.

Inmitten einer international beachteten Sammlung französischer Gemälde der Jahrhundert-
wende bringt das Absolut Trio mit Gast ein Werk des Wahl-Franzosen Harry Brown
zur Aufführung.
Zwei herausragende französische Kammermusikwerke des zwanzigsten Jahrhunderts setzen
den Horizont der Klangkunst weit über die Galeriemauern hinaus fort.

Harry F. Brown (1905-1972)
- Pièce en Trio
Gérard Pesson (1958)
- Nocturnes en quatuor
Maurice Ravel (1875-1937)
- Trio in a-moll

Absolut Trio:
Bettina Boller, Violine
Walter Grimmer, Cello
Stefka Perifanova, Klavier

Heinrich Mätzener, Klarinette

Einführung zu Harry F. Brown
Michael Schneider - Musikwissenschaftler, Komponist, Stiftungsrat der Peter-Mieg-Stiftung


In Zusammenarbeit mit dem Museum Langmatt, Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown
www.langmatt.ch








Freitag 21. November 2008
Historisches Museum Baden

Ensemble ö! Chur - künstlerische Leitung David Sontòn Caflisch

In der anregenden Umgebung des Historischen Museums erklingt ein Streichquintett Mozarts
und anschliessend Ecce Homines des Komponist Klaus Huber, der über die Arbeit daran im
Jahr 1997 notierte:
"Seit über zwanzig Jahren beschäftigt mich die Idee, für diese Mozartische Besetzung zu
komponieren, wobei sein Quintett in g-moll wie ein vom Föhn durchsichtig gewordenes
Gebirge in äußerster Ferne steht. Jetzt, da ich daran arbeite, versinke ich immer wieder
in Hoffnungslosigkeit...
Wozu ein Streichquintett heute, da der alles beherrschende Markt die kulturellen Werte, auch
die bedeutendsten, in seinem unersättlichen Global-Magen in immer kürzerer Zeit zu öko-
nomischen Werten oder Unwerten verdaut und zum Verschwinden bringt?
Merkwürdigerweise vermag das aber meine Obsession nicht zu mindern: Das Streichquintett
bleibt ein Garant seltenster Schönheit, und um das Auffinden neuer Schönheiten geht es
mir wieder, je älter ich werde... .
Und außerdem: Ich liebe die Bratschen!"

Wolfgang Amadé Mozart (1756-1791)
- Streichquintett in g-moll KV 516 (1787)

Klaus Huber (*1924)
- Ecce homines für Streichquintett mit zwei Bratschen (1997/98)


In Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Baden - www.museum.baden.ch








Freitag 21. September 2007
Gartensaal der Villa Boveri Baden

Martina Schucan; Violoncello
Petra Ronner; Klavier

Die Werke des Deutschen Komponisten Bernd Alois Zimmermann sind äusserst streng und
dicht konzipiert. Die Sonate für Violoncello verwendet als eines der ersten grossen Solowerke
für dieses Instrument erweiterte Spieltechniken. Dank einer radikalen Einbindung dieser
klanglichen Effekte auf struktureller Ebene wirken diese Momente nie aufgesetzt oder
plakativ und haben deshalb bis heute ihre ungebrochene Aussagekraft und Gültigkeit.
Ähnliches lässt sich über „Intercommunicazione“ sagen, die Verbindung der beiden
Instrumente Klavier und Violoncelle erfahren wohl nur noch in den Sonaten von Beethoven
eine vergleichbare Intensität.

"Ich sagte schon an anderer Stelle, dass "Intercommunicazione" gewissermassen eine Ver-
bindung zweier Solostücke miteinander sei, so möchte ich es einmal vorsichtig ausdrücken.
Der Titel deutet das auch schon an, und zwar in dem Sinne von "Verbindungsstück".
Cello und Klavier sind meiner Auffassung nach schwervereinbare Partner.
Die Charaktere der beiden Instrumente sind zu ausgeprägt, als dass eine Verbindung so
glatt vonstatten ginge. Das Opus 102, Nr. 2 von Beethoven stellt den wohl grossartigsten
Beweis für diese Auffassung dar."
B. A. Zimmermann

Ludwig van Beethoven 1770-1827
- Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur Op. 102 Nr. 2 1815

Bernd Alois Zimmermann 1918-1970
- Sonata für Violoncello Solo 1960

Bernd Alois Zimmermann
- Intercommunicazione für Violoncello und Klavier 1967







Freitag 24. März 2005
ThiK. Theater im Kornhaus Baden

Vom Teufel!
Peter Schweiger, Sprecher
Fabio di Càsola, Klarinette
Urs Walker, Violine
Alena Cherny, Klavier
Mario Porreca, Akkordeon
Martin Lorenz, Schlagzeug

Dieses Programm projiziert eine teuflische russische Märchenwelt auf die beschauliche
Runde kleiner Kammermusikbesetzungen.
Durch die Stimme des Erzählers vermitteln die Komponisten ganz konkret, worum es in
ihren Stücken geht. Wie immer man die Rolle der Musik definieren will: sie stärkt und belebt
das Erzählte und wird es Kraft der archetypischen Klangbilder weit über die Sprach-
Wahrnehmung hinaus im ganzen Körper anklingen lassen.

Igor Stravinsky (1882-1971)
- Suite aus "L' Histoire du Soldat" für Violine, Klarinette und Klavier

Volksmärchen aus Russland
- "Der fahnenflüchtige Soldat und der Teufel"

Alfred Zimmerlin (1955)
- "Der Teufel auf dem Jahrmarkt" (2003/04) für Sprecher, Violine, Akkordeon und Schlagzeug
Libretto: Dieter Ulrich, frei nach Nikolaj Gogols Novelle "Der Sorotschinsker Jahrmarkt"


In Zusammenarbeit mit dem Thik, Theater im Kornhaus Baden - www.thik.ch