SAISON 2007 > Jack in the Box

Jack in the Box

Freitag,
30. November 2007
19.45 Uhr
Einführung/D. Mouthon
20.15 Uhr
Aufführung

Drei neue Kurzopern, die im Auftrag des Ensembles für Neue Musik Zürich entstanden sind.

ThiK (Theater im
Kornhaus Baden)

www.thik.ch

Programm:

Michael Heisch
Rondo                 

Beat Fehlmann
Tragödie

Benjamin Lang
Kampf dem Drachen

Jeannine Hirzel
Sopran                 
Markus Matheis
Bariton                 
Hanspeter Frehner
Flöte
Manfred Spitaler
Klarinette
Urs Bumbacher
Violine                 
Nicola Romanò
Violoncello
Daniel Mouthon
szenische Einrichtung  

www.ensemble.ch

Was ist die spezielle Stärke und Attraktion von Oper und Musiktheater? Der Wohlklang von Stimmen, die starken, in Musik gefassten Emotionen und das szenische Spektakel. – „Jack in the Box“ versucht mit den einfachsten Mitteln des „armen Theaters“ diese berührenden Vorzüge zu realisieren: die Spieler nah und mitten im Publikum, mit vollem physischem Einsatz und in prägnanten Klängen und Bildern.

«Jack in the Box» beinhaltet drei Kurzopern mit jeweils einer Länge von 20 Minuten. Als besonders wichtig erscheint den Projektinitiatoren, dass der Gesamtaufwand möglich klein gehalten wird. In dieser vorgesehenen Kleinst-form – wenig Dispositions- und Bühnenaufwand: «Schachteloper» möge durch-aus als Sinnbild dienen – sollen in der Schweiz verschiedene Aufführungen stattfinden. Diese Kurzopern-Idee möchte aber nicht in erster Linie an die sonst üblichen Spielstätten gelangen (Kleinbühnen beispielsweise). Bereits ist der Konzeptinhalt so angeordnet, dass die geplanten drei Kurzopern an „unge-wöhnlichen Spielorten“ aufgeführt werden können, inmitten gar eines intakten Geschehens. Um nur einige Beispiele zu nennen: in einem Gastrobetrieb, in einer Werkstätte, im Kaufhausumfeld mit Passantenbeteiligung etc. Mit diesem mitberücksichtigten Geschehnisumfeld hebt sich das vorgelegte Konzept deut-lich von anderen Musiktheaterproduktionen ab, schon alleine deshalb, weil die «Jack in the Box»-Produktion nicht auf bestehende Infrastrukturen von Spiel-häusern zurückgreift.

Wovon handeln die drei Kurzopern? Von Verhaltensweisen, Stimmungslagen und Ausdrucksweisen, die wir als gewöhnliche Zeitgenossen auch aus dem eigenen Leben und unserem Alltag her kennen:

In „Geschichtsklitterung“ wetteifern zwei Protagonisten auf virtuose Art mit ihren Vorzügen und Kompetenzen, was zu einem Konkurrenzkampf ausartet: der eine weiss mit entfesselten Sprachspielen zu imponieren, der andere mit exzentrischen musikalischen Wendungen. Beide nähren ein Klima von Falsch-heit, schönem Schein und Originalitätssucht.

In „Kampf dem Drachen“ findet sich die gemischte Gesellschaft der Figuren zu einem geheimnisvoll harmonischen Ballett der Zeichen und Klänge: auf der Suche nach einem neuen Körper-Alphabet stossen die Akteure auf eine uner-ahnte Musik und sie erproben eine Über-Sprache der zukünftigen Koexistenz. 

In „Rondo“ sind erneut die vielfältigen Rituale von Werben und Verliebtheit, Begehren und Hass, Exzess und Ausnüchterung mitbestimmend: Die ange-strebte Synchronisation und Zivilisierung der Beteiligten mittels einer neuen Gesellschaftsordnung hat weiterhin zu rechnen mit den unberechenbaren Turbulenzen im menschlichen Geist und Fleisch, der vielerorts lauernden Ver-geblichkeit und dem unausrottbaren Streben nach Macht und Erfolg; die Codes und Gepflogenheiten der alten Welt sind nicht aus diesen Figuren gebannt und in ihnen leben weiterhin Patterns und Muster, die aus der verflossenen Ära der psychologischen Wahrscheinlichkeit stammen.

Mit der Lebendigkeit und dem Charme von Stegreif- und Strassenmusikanten verkörpern die Sängerinnen und die Instrumentalisten den kleinen Reigen der Figuren mit ihren wechselhaften Aspekten und Entwicklungen: lauter Miniatur-Geschichten. Diese werden gesungen und gemimt, gespielt und  getanzt: auf kurzen Promenaden zwischen den Zuschauerrängen, an wechselnden kleinen Schauplätzen und quer über die Saalbreite hinweg. Die übliche Trennung von Bühnen- und Zuschauerraum ist aufgehoben zugunsten einer vielfältigen Be-lebung des gesamten Raumes.

In unserem Unternehmen versuchen wir Ernst zu machen mit dem, was in der Aussage steckt von „Oper als gesellschaftlichem Anlass“:

Das Projekt „Jack in the Box“ gehört unter die Leute und mitten ins Leben auf die öffentlichen Plätze, in die Abfertigungshallen von Flughäfen, in die Fuss-gänger-Zonen und vornehmlich: in die Gastro-Ketten und Schulmensen, die Betriebskantinen und Gourmet-Tempel!

Wir preisen unser Unternehmen an als ein Tafelerlebnis der anderen Art: die drei Einakter sind geeignet, zu je einem Speisegang, oder als Zwischengänge dargeboten zu werden.

Bei feierlichen Gala-Menüs ist die Truppe auch erfreut, Ihnen musikalische Häppchen nachzureichen in Form von thematisch abgestimmten Zusatz-Musiken und - im Fall von Schnellverpflegung servieren wir gerne eine Kurzversion mit garantiert den gesamten Highlights der integralen Fassung!

Auf alle Fälle: zahlreich sind die überraschenden feinen Sensationen für Ohr’, Auge und Verstand. Das Schachtelmännchen des Projekttitels springt mehr-mals und unverhofft!