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Le Città Invisibili


Freitag 5. November 2004
ThiK Theater im Kornhaus, 5400 Baden

Libretto und Musik Beat Fehlmann, nach dem Roman von Italo Calvino

Akkordeon Mario Porreca

Schlagzeug Martin Lorenz

Freitag 5. November 2004 Premiere.

Weitere Vorstellungen am 6., 12., 13., (je 20.15 Uhr) und 14. November um 18.00 Uhr

ThiK Theater im Kornhaus

Kronengasse 10

5400 baden

Koproduktion von Beat Fehlmann und ThiK in Zusammenarbeit mit GNOM


Die Musiktheaterproduktion des ThiK Baden besteht aus einem abendfüllenden Werk von Beat Fehlmann für das Duo Porreca/Lorenz. Inhaltlich und textlich orientiert sich das Stück am Werk „Die unsichtbaren Städte“ von Italo Calvino.

GNOM unterstützt diese Produktion ideell und finanziell und organisiert Rahmenveranstaltungen, welche die Vermittlung von neuer Musik an ein breites Publikum zum Ziel haben.

Marco Polo ist bis heute der wohl berühmteste Fernostreisende des Mittelalters. Als Sohn eines venezianischen Kaufmanns ist er in eine unbekannte und gleichsam wundersame Welt aufgebrochen. Dies in einer Zeit als man in Europa grosse Angst vor östlichen Einflüssen hatte. Widersetzten sich doch die „wilden“ Tataren jeglichen Konventionen und dehnten ihr Reich mit grosser Leichtigkeit gegen Westen aus.

Das Fremde schaffte grosse Verunsicherung und destabilisierte das okzidentale Gesellschaftssystem.

In Unkenntnis der mongolischen Kultur erklärte man sie zum Feinde der eigenen Werte. Nur wenige Reisende und Kaufleute pflegten einen regen Kontakt und nur ganz wenige Europäer waren jemals langfristig mit dieser Kultur in Berührung.

Aus diesem Grund müssen die im Jahre 1298 verfassten Reiseberichte das Interesse der damaligen Zeit geweckt haben. In diesem Jahr sass Marco Polo in Genua im Gefängnis und diktierte Rusticiaus von Pisa die Erlebnisse seiner 25 jährigen Reise. Der Bericht wurde oft kopiert und in mehrere Sprachen übersetzt. Die Berühmtheit dieses Buchs gründet aber nicht zuletzt in der Art und Weise der Berichterstattung. So liest man zwar von wundersamen Dingen, erfährt aber gleichzeitig nur sehr wenig über den Protagonisten selbst. Der Blickwinkel Polos ändert sich dabei ständig und erhebt nie den Anspruch repräsentativ oder gar umfassend zu sein.

Problematisch ist nebst der Quellenlage auch die Verifizierung der beschriebenen Gegebenheiten. So ist zum Beispiel die Tätigkeit Marcos als Gesandter des Kahns nirgends dokumentiert. Weiter wurden die Aufzeichnungen, wie bereits erwähnt von Rusticiaus von Pisa verfasst, in einer Sprache derer Marco Polo nicht mächtig war.

Dieser Überblick macht deutlich, welche Brisanz und Aktualität seine Biografie und diese Reiseberichte aufweisen. Dies war so im Jahre 1972, als sich Italo Calvino dieser Figur annahm und behält seine Bedeutung bis in die heutige Zeit.

Calvino hat basierend auf den vorhandenen Quellen eine neue Form geschaffen, die nicht weniger wundersam und fantastisch ist.

Im Dialog mit dem Mongolenherrscher Kublai Kahn berichtet Marco Polo von seinen Reisen und den gewonnenen Eindrücken. (BF)