ARCHIV > Saison 1999–2002 > Strom (Juni 2001)

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Freitag, 8. Juni 2001

Samstag, 9. Juni 2001

Sonntag, 10. Juni 2001


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GNOM hat sich nach den guten Erfahrungen beim Tonkünstlerfest 1999 entschlossen, in dieser Saison wiederum einen thematischen Schwerpunkt zu setzen. Der verbindende Faden, an dem wir unsere Suche diesmal aufgehängt haben, ist elektrischer Strom.

Nachdem in der komponierten Musik des 20. Jahrhunderts die Klangmöglichkeiten vor allem durch den Einbezug des Schlagzeugs und durch unkonventionelle Spieltechniken traditioneller Instrumente erweitert wurde, haben wir durch den Einsatz digitaler Technologien einen weiteren Quantensprung in der Bereitstellung neuer Klänge erlebt und beginnen langsam zu ahnen, welch ungeheures Potential zur Veränderung unseres musikalischen Denkens und Hörens sie beinhalten. Ausgewählt wurden möglichst verschiedene Formen aktueller elektronischer Musik, von Tonbandmusik mit rein computergenerierten Klängen über die Verwendung von Samples bis zur Live-Verarbeitung von akustischen Instrumenten. An jedem der drei Abende wird zudem sowohl komponierte als auch improvisierte Musik zu hören sein.

Die fehlende Körperlichkeit der Klangproduktion wird bei Konzerten mit elektronischer Musik manchmal als Manko empfunden. Wir haben dem auf verschiedenen Ebenen entgegengewirkt: in den Instrumentalwerken mit Live-Elektronik – unter anderem zwei Uraufführungen von Martin Neukom und Wolfgang Heiniger – agiert der Elektroniker als gleichberechtigter Kammermusikpartner der akustischen Instrumente, der DJ Erik M. bietet mit seinen präparierten Plattenspielern und dem virtuosen Anspielen verschiedenster Klangquellen auch visuell ein attraktives Spektakel und die Performances des STEIM-Zentrums kreisen bereits seit dessen Gründung 1968 um die Beziehungen von Körper und Elektronik.

Wir hoffen, dass unser Schwerpunkt strom! spannende und facettenreiche Einblicke in aktuelle Formen des Umgangs mit Elektronik bietet und dazu beiträgt, traditionelle Genrestrukturen zu überwinden und Vorurteile zu relativieren.

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Freitag, 8. Juni 2001


20.15 Uhr

Theater am Brennpunkt

Instrumental bits

Josh Levine Belle du Désert (1995–99) EA für Stimme, Schlagzeug
und Live-Elektronik

Martin Neukom Drei Stücke für Violine und Computer (2001) UA

Wolfgang Heiniger Neues Werk (2001) für Performer
und Live-Elektronik UA

Gary Berger X-ation (2001) für Oboe und Live-Elektronik

Thomas Kessler Voice control (1994/2000) für drei Stimmen
und Live-Elektronik EA der Neufassung


B.E.A.M. (Basel Electric Art Messengers): Silvia Nopper,
Wolfgang Heiniger, Thomas Kessler, Matthias Würsch
Jennifer Cobb, Sopran
David Shively, Schlagzeug
Stefan Tönz, Violine
Matthias Arter, Oboe
Martin Burkhardt, Technik


Dieses Konzert wird von Radio DRS2 aufgezeichnet.


22.30 Uhr forum:claque

Erik M. (Marseille) prepared turntables, minidiscs and electronics

Sein musikalisches Material bezieht Erik M. von LPs, CDs und Kassetten: die Störgeräusche der Tonträger und Abspielgeräte sind ihm dabei genauso wichtig wie die Musikklänge.

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Samstag 9. Juni 2001


20.15 Uhr

Theater am Brennpunkt
Electric hands

STEIM Amsterdam

Michel Waisvisz The Hands and LiSa

Frank Baldé Handles, knobs and LiSa

Der elektronischen Musik die Verbindung zum menschlichen Körper zurückgeben – so könnte man die Absicht des niederländischen Studio for Electro-Instrumental Music umschreiben. Das Zentrum geniesst international einen hervorragenden Ruf in der Forschung und Entwicklung von neuen elektronischen Instrumenten. The Hands besteht aus einer am STEIM entwickelten Konstruktion von Sensoren, die an den Händen befestigt wird und einen Computer mit Echtzeitsamplings-Software (LiSa) steuert.


22.30 Uhr forum:claque

Matthew Ostrowsky (New York) electronics

Die Wahrheit eines jeden Momentes liegt nicht in irgendetwas Grossem. Das sind lediglich Erfindungen der Erinnerung; Ideen die kreiert wurden, nachdem das eigentliche Ereignis stattgefunden hat. Mein Interesse gilt hingegen den kleinsten Veränderungen, die wir auf der Rasierklinge der Gegenwart wahrnehmen können.

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Sonntag 10. Juni 2001


19 Uhr

Aula Kantonsschule Baden
Fünf Möglichkeiten mit Tonband
Teil 1

Philippe Kocher fortbewegung (2000)
für achtkanaliges Tonband EA

Annette Schmucki elfeinhalb möglichkeiten (1995)
für Posaune und Tonband


Jonathan Harvey mortuos plango, vivos voco (1980-99)
für achtkanaliges Tonband


Alfred Zimmerlin Toute l`étendue ne vaut pas un cri (1985)
für Tuba und Tonband

Curtis Roads Half-life (1998/99) für zweikanaliges Tonband


John Loretan, Posaune
Marc Unternährer, Tuba
Gary Berger, Philippe Kocher, Klangregie
Martin Burkhard, Technik

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